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Geschichte der Schützengesellschaft der Stadt Zell

Teil 1

Übernommen aus der Schützenchronik

Verfasser damals Josef Eich (verst. 28.02.1955) zum 25-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft Zell im Jahre 1938.

Auch die Schützengesellschaft hat, wie die meisten Dinge auf dieser Welt, nicht nur ihre Geschichte, sondern auch ihre Vorgeschichte. Bevor sie Wirklichkeit werden konnte, musste erst einmal der Gedanke geboren werden, musste sich anschließend in der Bevölkerung erst einmal die Stimmung dafür bilden.
Das trug sich folgendermaßen zu. Im Jahre 1905 veranstaltete der Verein „Fidelio“ im Hillen´schen Garten in Corray ein Gartenfest, bei dem auch u.a. Attraktionen eine Schießbude aufgestellt war, wofür der Verein eine Luftbüchse angeschafft hatte. Das Schießen fand Anklang und in der Folge wurde die Büchse von den Mitgliedern häufig zu Schießübungen benutzt. Der Geschmack am Schießen war geweckt. Aber das Schießen mit dem Luftgewehr war doch nicht das Richtige. Die Sache hatte einen Mangel, es knallte nicht.
Da kam dem 2. Vorsitzenden des Vereins, dem Schuhmachermeister Adam Haas, der gleichzeitig auch 2. Vorsitzender des Kameradschaftlichen Militärvereins war, der Gedanke das Schießen in diesem Verein zu übernehmen, wo die Möglichkeit bestand, alte Militärgewehre zu Übungszwecke zu bekommen. Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt und am 27.07.1911 konnte das erste Übungsschießen abgehalten werden. Die Voraussetzung des „knallens“ war erfüllt.
Damit stellte sich gleichzeitig eine andere Schwierigkeit ein. Das Schießen mit Großmunition war den meisten Mitgliedern zu teuer und damit der kaum erst ins Leben getretene Schießsport nicht ganz zum Erliegen kommen sollte, schlossen sich ein paar Unentwegte zu einer selbstständigen Schießabteilung innerhalb des Kam. Militär-Vereins zusammen, die die Schießeinrichtungen auf sich übernahmen. Da der Kreis der Mitglieder aber auf die Mitglieder des Kam. Militär-Vereins beschränkt war, kam die neue Vereinigung auch nicht recht zu Leben. Da ging man endlich dazu über auch Außenstehende in die Vereinigung aufzunehmen und diese als „Schützengesellschaft der Stadt Zell“ vom Kam. Militär-Verein zu lösen und vollständig selbstständig zu machen.

Die Gesellschaft war geboren !

Anzeige aus dem Volksfreund 1913 anlässlich des 1. Schützenfestes der Schützengesellschaft der Stadt Zell

Bei der konstituierenden Wahl am 03. Mai 1913 wurde Herr Josef Saurborn als erster Präsident gewählt und unter dessen Führung auch das erste Schützenfest am 19. und 20. Juli abgehalten wurde. Die neue Königswürde errang als erster Schützenbruder Karl Lehmen aus Kaimt. Am 1. März 1914 wurde ein neuer Vorstand gewählt mit Andreas Gies und Jakob Bohn als Hauptmann. Das Königsschießen am 11. Juni, am Fronleichnamstage, und das Schützenfest am darauffolgenden Sonntag abgehalten. Schützenkönig wurde Hauptmann Jakob Bohn. Unter der Führung des Präsidenten Gies und des Hauptmannes Bohn hatte der Verein einen verheißungsvollen Aufschwung genommen, als die günstige Entwicklung durch den Weltkrieg jäh unterbrochen wurde.
Nach und nach wurden die meisten Mitglieder zur Fahre einberufen. Leider lassen sich die Namen dieser Schützenkameraden und die Namen derjenigen von ihnen, die die Treue zu unserem Vaterlande mit dem Tode besiegelten, aus den Akten nicht feststellen. Dass solche darunter waren, geht daraus hervor, dass ein Teil des Kassenbestandes für Seelenmessen von Schützenkameraden verausgabt wurde, der Rest für Liebesgabenpakete.
Damit ruhte für´s Erste jegliches Leben in der Gesellschaft, mit einer Unterbrechung im Dezember 1918, als 13 Mitglieder über die vorhandene Schützenhalle verfügten.
Das Leben der Gesellschaft ruhte, aber es war nicht erloschen. Die Begeisterung für den edlen Schießsport schwelte gewissermaßen unter der Asche weiter. Die ersten und schwersten Jahre der franz. Besatzung, Ruhrkampf und Separatistenzeit nahmen das Denken und Fühlen der Bevölkerung derart in Anspruch, dass für andere, das Leben des Einzelnen und des Volkes nicht unmittelbar berührende Dinge, kein Raum blieb. Kaum hatte aber der Druck der Besatzung etwas nachgelassen, als auch schon Bestrebungen für eine Wiederbelebung der Gesellschaft einsetzten.

Gasthof zum "Roten Haus" . Vereinslokal der Zeller Schützen. 2012 abgerissen.

Den Bemühungen einiger zäher Schießsportfreunde gelang es im Herbst des Jahres 1927 im „Roten Haus eine kleine Gemeinde Anhänger zusammenzubringen, die zwanglos, aber regelmäßig Schießübungen mit der Luftbüchse abhielt.
Nach vielen Vorbesprechungen wurde dann am 24. Juli 1928 die Schützengesellschaft wieder offiziel in´s Leben gerufen.
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Der neu gewählte Vorstand hatte folgende Zusammensetzung:
(lt. Chronik J.Koch) - Band 2

Präsident – Jakob Bohn
Vizepräsident: Dr. med.Alex Reichert
Schützenhauptmann: Heinz Bender
Schriftführer: Theo Dusemund
1. Kassierer: Ernst Schier
2. Kassenwart: Franz Kugel
1. Schießmeister: Peter Bohn
2. Schießmeister: Xaver Schier
1. Beisitzer: Johann Thorn.
2. Beisitzer: Heinrich Thenorth
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Außer den Gewählten wohnten dieser Versammlung bei: Josef Eich, Peter Hulcher(?), Karl Krug, Franz Münster III, Friedrich Josef Münster, Josef Reis , Peter Schier und Michel Weis.
Leider verlor die Gesellschaft ihren Präsidenten schon im folgenden Monat (21.08.1928) durch den Tod. Bei der Nachwahl am 12. September wurde Dr. Alex Reichert gewählt, der diesen Posten bis 1938 innehatte.

Nun begann für die Gesellschaft ein verbissenes Arbeiten. Organisation des Vereinsleben und des Schießbetriebes. Schießstandbau, Hallenbau, Mitgliederwerbung, Beschaffung von Vereinswaffen, Uniformbeschaffung, Stiftung einer Königskette und Anschaffung einer Vereinsfahne. Trotz der vielen Schwierigkeiten, die immer noch von der franz. Gendarmarie gemacht wurden, gelang alles in unglaublich kurzer Zeit, dank der Zusammen- und Mitarbeit und äußeren Opferbereitschaft und der wahren Kameradschaft aller Mitglieder, die wie ein Herz und eine Seele waren.
Es ist selbstverständlich, dass bei alledem die echte Schützenfröhlichkeit, vielfach auch Feuchtfröhlichkeit nicht zu kurz kam.
Das erste Preisschießen auf den neuen Schießständen fand am 07. Oktober 1928 statt. Es waren zuerst nur 30 m Kleinkaliberstände, dann wurden 150 m Großkaliberstände, und nach Hallenbau noch 6 Groß- und 5 Kleinkaliberstände gebaut.
Das erste Königsschießen nach der Wiederbelebung fand am Fronleichnamstag 30.Mai 1929 statt. Schützenkönig damals wurde Schützenkamerad Josef Eich .

Die Vereinsfahne von 1930. Die Zeit ist an ihr auch nicht spurlos vorübergegangen, deshalb ist sie heute geschützt unter Verschluss im Eigentum der Schützengesellschaft.

An bemerkenswerten Daten im Leben der Schützengesellschaft seien folgende Daten noch erwähnt. 1930 Anschaffung der Uniformen, 30.06.1930 Fahnenweihe um Mitternacht, der denkwürdigen Befreiungsnacht, Amtsniederlegung durch Hauptmann Bender, 05.07.1932 Wahl des Kameraden Boeff zum Hauptmann, 1932 Gründung einer Jungschützengruppe, 1933 Bau der Schießhalle und der Stände, 19.03.1935 Annahme der neuen vom Deutschen Schützenverband herausgegebenen Einheitssatzung, Wiederwahl des Präsidenten Dr. Alex Reichert, Ernennung des Kameraden Reis zum Hauptmann und zum Stellvertreter des Präsidenten.

Volksfreund vom 25. Juni 1930 - Fahnenweihe

Im Anschluss an die offizielle Befreiungsfeier wird die Schützengesellschaft die Weihe ihrer neuen Fahne vornehmen. die Schützengesellschaft glaubt keinen besseren Tag und Stunde zu dieser Weihe finden zu können, als der Zeitpunkt, an den der letzte Besatzungssoldat das Rheinland verlassen hat. Die Ortsvereine, die zu diesem Festakt eingeladen sind, werden durch ihre Anwesenheit sicher der Feier ein festliches Gepräge geben.

Zeller Schützenkapelle beim Schützenfest 1930. v. li.: Hans Zirwes, Josef Bauer, Adam Beilz, Jakob Mesenich, Alois Stork, Franz Klein, Mathias Bamberg, Josef Wolf, Jakob Wendling, Josef Melchiors und Jakob Weber.

05.02.1935 Schaffung einer eigenen Schützenkapelle. Leider hat sich diese Kapelle, durch die die öffentlichen Aufzüge des Vereins zweifellos gewonnen hatten, infolge von unglücklichen Umständen und Missverständnissen schnell wieder aufgelöst.

Die Gesellschaft hatte 1936, 104 aktive Schützen, 12 inaktive, 20 Jungschützen und 16 Musikanten. Das gesellschaftliche Leben des Vereins konnte sich bei dem darin herrschenden guten Kameradschaftsgeist auch ausgezeichnet entfalten. Erwähnt seien hier nur die gelungen Königsbälle und Winterfestlichkeiten, die romantischen Herbstfeste in der Halle bei Fackelbeleuchtung, Federweißen und Eisbeinchen, die fröhlichen Ausflüge nach Lieser, Cochem, St. Goar und zum Hamborn.
Das der Verein auch seinen sozialen Verpflichtungen in vorbildlicher Weise nachgekommen ist, durch Veranstaltungen des WhW. Schießen u.v.m., ist selbstverständlich.
Nicht unmittelbar zur Vereinsgeschichte gehörend, diese und den Schießsport aber eng berührend, sei hier noch einiges über den Moselschützenbund gesagt. Am 09.02.1938 aus der Initiative der Zeller Schützen in Bullay geboren und aus der Taufe gehoben, hatte den Zweck, den Schießsport eng an der Mosel einheitlich auszurichten und zu fördern, sowie überörtliche rein sportliche Wettkämpfe durchzuführen. Diese Wettkämpfe wurden gelegentlich der jährlichen Bundesfeste abgehalten fanden ihre Krönung in den Mannschaftswettkämpfen um die Wanderkette

Das 1. Bundesfest wurde 1930 in Zell veranstaltet, das nächste in Treis, dann Lieser, Kochem, Klotten, Cochem und dann wieder 1936 in Zell. Die Zeller Mannschaft konnte die Kette dreimal erringen. 1931 in Lieser , 1935 in Cochem und 1936 wieder in Zell. Bester Schütze bei allen drei Siegen war Schütze J. Eich. Infolge der Neuorganisation des Deutschen Schützenwesens wurde der Bund 1936 aufgelöst. Die Tradition des Bundes führten die Unterkreise Zell und Cochem weiter.
Das einschneidende Ereignis für den Verein seiner Neubelebung war zweifellos die Machtübernahme Adolf Hitlers, hat sich doch Wirkungen gezeitigt, die das Schützenwesen von Grunde auf umgestalteten.
Die Wurzeln des deutschen Schützenwesens reichen bekanntlich in die mittelalterliche Zeit der deutsch Zünfte, jener machtvollen Entwicklung der Deutsch Städte zurück, in welcher jeder wehrhafte Bürger die Wälle besetzte, um den Feind abzuwehren. In der Folge war der Wert des Schützenwesens zu den verschiedenen Zeiten aber erheblichen Schwankungen unterworfen. Es ist natürlich, dass auch der Liberalismus seine Wirkung auf das Deutsche Schützenwesen gehabt hat. Eine ungeheure Zersplitterung war die Folge, Es bestanden soviel Gruppen, Verbände und Kartelle, die sich gegenseitig befehdeten, dass sich keiner mehr auskannte. Vor allen Dingen fehlte es an einer klaren Zielsetzung. Der Nationalsozialismus machte dem mit einem Schlag ein Ende. Dem Schießsport wurde die eindeutige Aufgabe gestellt: Wehrertüchtigung des deutschen Volkes. Die Organisation wurde umgestaltet und klar aufgebaut: Schützenverein, Unterkreis, Kreis, Gau und als Spitze der Deutsche Schützenverband im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Am 31. Dezember 1936 war die Umstellung im Wesentlichen zum Abschluss gekommen. In unserer Schützengesellschaft gewann das Neue sichtbare Gestalt dadurch, dass das Schießen mit militärischer Visierung und in militärischen Anschlag ganz in den Vordergrund gerückt wurde. Alle Schützen bis zum vollendeten 45. Lebensjahr mussten sich diesen Bedingungen unterwerfen. Die Wettkämpfe waren rein sportlich aufgezogen, während früher der finanzielle Erfolg des Vereins im Vordergrund stand. Die Meisterschaftskämpfe sind der Gliederung des Verbandes angepasst und die Teilnahme allen Vereinen zur Pflicht gemacht. Für die Schützen kam in Frage, Vereinsmeisterschaft, Unterkreismeisterschaft und Kreismeisterschaft. Für die Teilnahme an der Gau- und gar der Deutschen Meisterschaft, reichte das können noch nicht. Die Aufgabe war voll erfüllt, wenn es gelang recht viele Schützen zu guten Durchschnittsschützen zu machen.
Die erste Vereinsmeisterschaft wurde in der Gesellschaft 1937 ausgeschossen. Meister wurde Franz Irlenborn mit 132 Ringen. 1938 wurde Peter Bremm Vereinsmeister mit 152 Ringen.
Die Gesellschaft feierte vom 13. bis 15. August 1938 ihr 25- jähriges Bestehen. Bei diesem Anlass wurden die noch lebenden Gründungsmitglieder mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Diese waren: Dr. A. Reichert, Schunk Peter, Theo Dusemund, Karl Haas, Bruno Zimmer Peter Bohn und Xaver Schier.....

... Josef Eich … meine Geschichtsschreibung ist damit am Ende. Nicht am Ende ist aber die Geschichte der Gesellschaft….. mögen künftige Geschichtsschreiber dies wie ich auch feststellen können …

Ende 1 Teil
Zell, den 03.09.2013

(Abschrift) Hubert Küppers

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Geschichte der Schützengesellschaft der Stadt Zell
nach dem 2. Weltkrieg .

Teil 2 - von Jakob Bohn

…….Das 25- jährige Jubelfest mit Heimatfest wurde im August 1938 gefeiert. Das Musikkorps des J.R. 105 in Trier unter der Leitung des Musikmeisters Weitzel gestaltete den musikalischen Teil. Durch Sonderzüge wurde die finanzielle Seite des Festes erheblich gesichert und Zell hatte lange nicht mehr soviel auswärtige Besucher ins seinen Mauern gesehen, als an diesen Festtagen. Abermals bot sich das Wetter nicht von der besten Seite dar, doch konnte das Programm voll durchgezogen werden. Viele Gäste aus anderen Gauen Deutschlands, für die ein solches Fest etwas neues war, fanden den Weg nicht mehr zu ihren Quartiere und zogen es vor ins Festzelt zurückzukehren und dort bis zum Morgengrauen auszuhalten.

An personellen Veränderungen ist festzuhalten, dass der seit 1928 amtierende Hauptmann Bender 1931 seinen Posten dem Schützenbruder Boeff überließ, den nun 1935 von Zell wegzog. Zum Nachfolger wurde Josef Reis als Schützenhauptmann gewählt. Durch militärische Inanspruchnahmen mussten bald laufend Veränderungen eintreten. Im September wurde Jak. Bohn neuer Hauptmann. Der seit 1928 als Präsident tuende Dr. Alex Reichert nahm im März 1939 seinen Abschied. Neuer Vereinsführer wurde Josef Reis, neuer Schützenhauptmann Joh. Zirwes. 1942 legte der Gemeinschaftsführer J. Reis sein Amt nieder. Josef Eich wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Der zweite Weltkrieg brachte der Gesellschaft viele Einschränkungen und forderte seine Opfer. Bis 1942 wurde es still. Dann stellte der Ruderverein Antrag auf Kauf der Schützenhalle. Hierüber gab es harte Auseinandersetzungen, die zur Amtsniederlegung des Gemeinschaftsführers führte.

Der Verkauf der Halle wurde einstimmig abgelehnt. Man sah es als eine Verpflichtung den Kameraden im Felde gegenüber an, den Verein und sein Vermögen auch über die schwere Zeit des Krieges zu erhalten. Die in der Heimat gebliebenen gaben der Gesellschaft noch einmal Auftrieb. Es bedurfte zwar mancher Appelle das Häuflein zusammenzuhalten, obwohl noch neue Mitglieder hinzukamen, und 1942 und 1943 sogar ein Königsschießen durchgeführt wurde. Am 27.07.1943 ist der Vermerk über die Teilnahme an einer Heldengedenkfeier die letzte Aufzeichnung im Protokollbuch.

Dann folgten die Jahre der Nachkriegszeit, bis man vor 10 Jahren (1953) wieder eine Generalversammlung einberufen konnte, nachdem die Verbote der Alliierten aufgehoben worden waren. Im Vereinsregister hatte die Gesellschaft weiter bestanden, sodass nur der neue Vorstand einzutragen war.

Jakob Bohn war am 29.11.1953 zum Präsidenten und Heinrich Schmitz zum Hauptmann gewählt worden. Unter deren Führung wurde das Erbe einer schweren Zeit angetreten.

Der Vorstand im Jahre 1953

Präsident: Jakob Bohn
Hauptmann: Heinrich Schmitz
1. Kassierer: Heinz Petersen
1. Schriftführer: Math. Pfeifer
1. Schießmeister: Wilhelm Hering
2. Kassierer: Karl Binzen
2. Schießmeister: Peter Bremm
Beisitzer: Josef Reis
Beisitzer: Josef Eich
Fähnrich: Franz Pütz
Beifähnriche: Karl und Ludwig Knaden

Wie vor 35 Jahren ging es an den Neubau. Abermals wurde in kürzester Zeit ein großes Programm verwirklicht. Beachtlich war die Unterstützung durch die Stadtgemeinde und ihren Bürgermeister Herrn Georg Weimer . Mit den bewährten Tugenden einer echten Opferbereitschaft und uneigennützigen Kameradschaft wurden größte Schwierigkeiten überwunden. Und doch waren es nur die Schützen einer verhältnismäßigen kleinen Schar, die sich die Arbeiten und sorgen des Wiederaufbaues aufluden. Doch diese schafften es. So entstanden auf neuem Gelände moderne 50 m Stände mit automatischen Scheibenanlagen. Waffen und Uniformen wurden beschafft. Auf Versammlungen, mit Preisschießen, Beteiligungen an vielen Wettkämpfen und nicht zuletzt durch kleinere Feste wurde immer das Leben der Gesellschaft investiert. Sportliche Erfolge gaben laufen neuen Auftrieb, obwohl die Aktivität auch teilweise zu wünschen übrig ließ. Die Welle der Vereinsmüdigkeit zeigte auch in unseren Reihen ihre Wirkung. Die Jugend für unsere schönen und edlen Ziele zu begeistern, blieb in dieser so materialistisch orientierten Zeit die schwerste Aufgabe. In der Lösung dieser Aufgabe wird es sich zeigen müssen, ob und wie wir mit den besonderen Problemen unserer Zeit fertig werden.

In unseren Schützenvereinen und Bruderschaften sind die hohen Ideale einer echten Heimat- und Vaterschaftsliebe noch lebendig geblieben. Sie sind ursprünglich in der steten Bereitschaft zu Schutz und Wehr für unsere Dörfer und Städte, für unsere Heimat. Diese Tradition ist über die Jahrtausendwende durch aufrichtige Männer gegründet und erhalten worden. In Treue und Hingabe wollen wir weiter an unserer Aufgabe arbeiten, zu Förderung der Heimatverbundenheit und zu Pflege des Schießsportes.

Wenn auch nicht alle Pläne bisher verwirklicht werden konnten, so darf die Gesellschaft doch Stotz auf das sein, was bisher vollbracht wurde. Die Mitgliederzahl hat mit 85 wieder einen guten Stand erlangt. Hoffentlich werden noch viele aus der Jugend hinzukommen.

Nicht zuletzt möchte ich mich bei allen Männern bedanken, denen gerade in den letzten 10 Jahren das Wohl und Wehe des Vereins am Herzen lag und die immer wieder mit neuem Mut und Idealismus an die Aufgaben gingen. Wir freuen uns mit Ihnen über die sportlichen Erfolge, insbesondere die vieler errungenen Meisterschaftsabzeichen.

Das Andenken aber an zwei verstorbene Mitglieder soll diesen Bericht schließen, weil ihr Wirken in unserer Reihe besonders verdienstvoll war. Dr. Alex Reichert , der als Präsident die Gesellschaft von 1928 bis 1939 geleitet hatte und 1951 in Zell verstarb, und Josef Eich , der das Schicksal der Zeller Schützen in der kritischen Zeit in seine Hände nahm und als Ehrenpräsident 1955 der Zeller Erde zur letzten Ruhe übergeben wurde. Möge das goldene Jubelfest zeigen, dass wir alle würdig vor der Tradition, deren Gründern und allen aufrechten Schützenbrüder bestehen können.

Jakob Bohn – Präsident – im März 1963

Ende 2 Teil
Zell, den 04.09.2013

(Abschrift) Hubert Küppers


Der Vorstand im Jahre 1963

Präsident: Jakob Bohn
Hauptmann: Günter Baukloh
1. Kassierer: Karl Binzen
1. Schriftführer: Heinz Münster
Feldwebel: Heinz Menten
Schießwart: Peter Bremm
2. Kassierer: Alfred Lawen
2. Schriftführer: Matth. Lauterborn
Jugendwart: Jürgen Bamberg
Beisitzer: Bernhard Nordmann
Beisitzer: Gottfried Bauer
Ehrenhauptmann: Heinrich Schmitz

1983 - 1993

08.03.31 - 27.03.07

Präsident Hugo Grünewald 1984 - 1993
von Josef Koch


Hugo Grünewald wird sein Amt aus gesundheitlichen Gründen im März 1993 zur Verfügung stellen. Dies sollte uns Anlass sein, seine Leistungen für die Schützengesellschaft der Stadt Zell e.V. zu würdigen.
Schützenbruder Hugo Grünewald trat am 1.1.1966 in die Gesellschaft ein. Obwohl er beruflich, sportlich und durch seine Arbeit im städtischen Rat mehr als ausgelastet war, hat er sich der Mitarbeit nie verschlossen.
Von 1971 bis zum Jahre 1983 war er als erster bzw. zweiter Beisitzer im Vorstand. Auf der Jahreshauptversammlung am 23. Februar 1984 wählte ihn die Gesellschaft zu ihrem 11. Präsidenten ihrer Geschichte.
Schon seine Vorgänger hatten mit dem Bau des Pistolenstandes begonnen. Er ging sofort daran, die Bauarbeiten zu beschleunigen. Am 17. August 1986 war es so weit. Der Pistolenstand konnte eingeweiht werden. Seine große Tat aber, für die er für alle Zeiten Im Gedächtnis der Gesellschaft bleiben wird, ist der Bau des neuen Schützenhauses. Ohne die Verdienste der vielen Helfer und Spender zu verkennen, ist ihm der größte Verdienst für dieses Vorhaben zuzuschreiben.
Hugo Grünewald brachte den nötigen Fachverstand mit, um dieses Vorhaben trotz der geringen Mittel, die uns zur Verfügung standen, zu einem guten Ende zu bringen. Er wusste allerdings um die große Bereitschaft arbeitswilliger Schützen, ihn zu unterstützen.
Am 7. August 1987 war der Rohbau hochgezogen, und der Richtbaum stand auf dem Dach. Das neue Haus sollte zu den schießsportlichen Veranstaltungen zum 75. Stiftungsfest 1988 zur Verfügung stehen. Am 20. Mai d.J., konnte dann die Anlage offiziell bei Anwesenheit des Schirmherrn - Herrn Landrat Schwan - und vielen Ehrengästen zum 75. Stiftungsfest eingeweiht werden.
Bert Lehmann hat in seinem Beitrag in der Festschrift von 1988 eingehend über den Bau der Schießsportanlage geschrieben, so das ich auf weitere Einzelheiten verzichten kann.
Als letztes großes Vorhaben hat Präsident Hugo Grünewald dann den Anbau eines Luftgewehrstandes in Angriff genommen, um die Kleinkaliberstände zu entlasten. Im Sommer 1990 konnten die Mauern hochgezogen werden. Sehr schnell wurde dann die Dachkonstruktion von Schützenbruder Johann Saxier aufgesetzt. Am 8. März 1992 konnten wir dann in großem Rahmen die neue Halle einweihen. Zuvor hatte Hauptmann Gerhard Nahlen mit seinen Helfern die technischen Anlagen eingebaut.
Nachdem die Anlage nunmehr teilweise seit fünf Jahren in Betrieb ist, hat sie sich als voll funktionsfähig erwiesen. Die großen sportlichen Erfolge der letzten Jahre sind die unmittelbaren Folgen. Die verbesserten Trainingsmöglichkeiten zahlten sich aus. Dabei sollte man auch die gesellschaftlichen Möglichkeiten der neuen Halle nicht vergessen.
Hugo Grünewald hat sich um die Gesellschaft verdient gemacht. Energisch und zielbewusst hat er die Angelegenheiten der Gesellschaft voran gebracht. Er hat es ausgezeichnet verstanden seine Mitarbeiter zu motivieren. Seine Art zu Führen kann als vorbildlich bezeichnet werden. Nicht vergessen werden wir auch die persönlichen Opfer, die er für unseren Sport gebracht hat. Dabei hat er das Feste-Feiern nie vergessen. Wir verdanken Ihm viele schöne Stunden. Dabei denke ich besonders an die unvergessenen Stunden in der Altlayer-Schweiz.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschieden wir den Präsidenten Hugo Grünewald. Mit einem weinenden, weil er als Präsident ausscheidet, und mit einem lachenden, weil er uns im Vorstand erhalten bleibt. Wir werden auch in Zukunft nicht auf seinen Rat verzichten müssen.
In der Jahreshauptversammlung 1993 wurden seine Verdienste gewürdigt. Math. Lauterborn hielt eine Bemerkenswerte Laudatio. Auf seinen Antrag hin wählten die in großer Zahl versammelten Schützen Hugo Grünewald einstimmig zum EHRENPRÄSIDENTEN der Schützengesellschaft Zell.

(Aus der Festzeitschrift zum 80. Jubiläumsfest 1993) Abschrift H. Küppers

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Schützengesellschaft Zell der Stadt Zell (Mosel) e. V.